Masterarbeit

Meine Masterarbeit habe ich am Institut für Pädagogik und Psychologie an der Abteilung für Arbeits- Organisations- und Medienpsychologie geschrieben. Konzentriert habe ich mich dabei auf den Schwerpunkt der Arbeitspsychologie. Das Thema meiner Arbeit lautet:

Cyberslacking zum Ausgleich? Zusammenhänge mit Imbalance, Wohlbefinden und Arbeitszufriedenheit.

Für einen kurzen Überblick folgt hier nun meine Zusammenfassung der Arbeit:
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien haben den Alltag der Menschen in vielen Punkten grundlegend verändert (Mitter, 2016). Eine dieser Veränderungen und aktuellen Phänomene in Bezug auf den Arbeitsalltag ist Cyberslacking, was eine Form – genauer gesagt eine Online-Form – der Prokrastination bezeichnet und den Schwerpunkt dieser Masterarbeit darstellt. Die Basis der zugrundeliegenden Hypothesen sowie der Forschungsfrage bildet das Effort-Reward-Imbalance-Modell, welches den Modellen der Stressforschung zuzuordnen ist. Dieses Modell stellt berufliche Anforderungen und Belohnungen gegenüber und geht davon aus, dass es zu beruflichen Gratifikationskrisen kommt, wenn ein Ungleichgewicht zwischen Einsatz (Effort) und Belohnung (Reward) herrscht (Siegrist, 1996). Ausgehend von dieser Gratifikationskrise, auch Imbalance genannt, wurden im ersten Schritt dieser Arbeit Zusammenhänge zwischen Imbalance und Flourishing, Imbalance und Wohlbefinden sowie Imbalance und Arbeitszufriedenheit getestet, da es in der Literatur zumeist Hinweise negativer Zusammenhänge gibt. So hängt die Kombination aus großen Anstrengungen und geringen Belohnungen mit geringem Wohlbefinden zusammen (Schaper, 2014; Ertel, Pech, Ullsperger, von dem Knesenbeck & Siegrist, 2005). Ebenso steht Imbalance in einem negativen Zusammenhang mit Arbeitszufriedenheit (De Jonge, Bosma, Peter & Siegrist, 2000). Im zweiten Schritt wurde überprüft, ob bei hohem Cyberslacking der Zusammenhang zwischen Imbalance und den zuvor genannten abhängigen Varialben schwächer ist, da es den theoretischen Recherchen zur Folge, auch als Ausgleichsstrategie herangezogen werden kann. Zur Überprüfung der Forschungsfrage und der Hypothesen wurde eine quantitative Online-Umfrage an 181 berufstätigen Personen durchgeführt. Wie vermutet gab es einen negativen Zusammenhang zwischen Imbalance und Flourishing, Imbalance und Wohlbefinden sowie Imbalance und Arbeitszufriedenheit. Bei Kontrolle von Alter und Geschlecht war bei hohem Cyberslacking – wie zuvor angenommen – der Zusammenhang zwischen Imbalance und Flourishing schwächer. Entgegen den Vermutungen war bei hohem Cyberslacking der Zusammenhang zwischen Imbalance und den beiden abhängigen Variablen Wohlbefinden und Arbeitszufriedenheit nicht schwächer. Abschließend kann gesagt werden, dass Cyberslacking vor allem von ArbeitgeberInnen nicht nur negativ betrachtet werden sollte, da es durchaus in der Lage ist Stress auszugleichen.