Projektlaufzeit

Oktober 2016 bis Oktober 2017 (Wintersemester 2016/2017 – Sommersemester 2017)

Teammitglieder

  • Angsana Gram (Social Web)
  • Laura Heinisch (Social Web)
  • Melanie Köhler (Social Web)

Lehrveranstaltungen

  • PR Methoden für interdisziplinäre Projekte I
  • PR Methoden für interdisziplinäre Projekte II
  • PR Interdisziplinäres Projektpraktikum

Projektidee

Mehr Mitsprache, mehr Partizipation und bessere Lernerfolge – diese Punkte liegen vielen StudentInnen am Herzen. Aus diesen Wünschen wurde die Idee geboren, man könne doch die technischen Möglichkeiten des Webs dazu nutzen, um Studierenden in Massenvorlesungen eine Stimme zu geben.

Die Kernidee hinter USpeak ist, dass Studierende und Lehrende, zusätzlich zur Face-to-Face-Kommunikation während der Vorlesung, sowohl über eine Website, als auch eine App, miteinander interagieren können. Diese neu geschaffene Möglichkeit der Interaktion über ein technisches Medium wird im Allgemeinen als Audience-Response- System bezeichnet, wobei sich USpeak in seiner Vielfältigkeit eindeutig von anderen, bereits bestehenden Systemen unterscheidet.

USpeak – Website und mobile Applikation für den interaktiven Austausch in Vorlesungen

Diese neue Art der Kommunikation soll den herkömmlichen Vortrag nicht ersetzen, sondern ihn lediglich erweitern und ihn in Bezug auf Interaktion, Motivation und Lernerfolge effektiver gestalten. Die weitreichende Forschung in diesem Gebiet zeigt, dass in vielen Bereichen der Wunsch besteht, die Lernsituation – sei es auf schulischer oder universitärer Ebene – zu verbessern und hinsichtlich ihrer Möglichkeiten weiter auszuschöpfen. Die umfassende Literatur zu diesen Themen bietet unter anderem die Chance, viele Potentiale im Bereich der Bildung zu ermitteln und sie gegenüberzustellen.

How To – USpeak

Daher ist eine breite sozialwissenschaftliche Fundierung die Basis für das gesamte Vorhaben und die Konzeptionierung der Website und der App. Die Interaktionsarten, die “USpeak” bieten soll, haben ihren Ursprung in fundierten Literatur- und Konkurrenzanalysen, wodurch  eine möglichst effiziente Umsetzung und Verwirklichung ermöglicht werden soll.

Neben dieser theoretischen Vorgehensweise wurde das Feedback von Studierenden und Lehrenden und eine tatsächliche Testung eines Audience-Response-Systems in die Entwicklung eingebunden. Daraus konnte ein vielfältiges und umfangreiches System konzeptioniert werden.

Vision

Logo

Mit USpeak soll ein Beitrag für die Modernisierung und Verbesserung universitärer Lehre geleistet werden, der dabei hilft, sich zukünftige, interaktivere Vorlesungen besser vorstellen und ihr Potential deutlicher erkennen zu können. Wissensvermittlung bekommt somit eine Unterstützung, die sich technischer Modalitäten aus den Erfahrungswelten der Beteiligten bedient und dadurch weitere Möglichkeiten eröffnet. Durch den direkten Austausch kann Partizipation für einen gesamten Hörsaal ermöglicht werden, ohne dabei den Vortrag außer Acht zu lassen.

Um die Funktionalität der Anwendung zu veranschaulichen, wurden Klick-Prototypen erstellt. Da beide Parteien jeweils andere Anforderungen und Bedürfnisse mit sich bringen, wurde die App für die Studierenden und die Website für die Lehrenden konzipiert (Anm.: In der Umsetzung wäre die Nutzung für beide Seiten in beiden Varianten möglich.)

Die Website

Website-Login

Der/Die Lehrende muss sich im ersten Schritt mit seinen/ihren KUSSS-Zugangsdaten anmelden, da sowohl die Website, als auch die App mit diesem Unisystem verbunden ist. Nach erfolgreichem Login wird man auf die Startseite geleitet, welche die Menüpunkte Live Sessions, Guides, Kontakt und Hilfe, Einstellungen, sowie die Abmeldefunktion bietet. 

Live Sessions

Der Hauptmenüpunkt Live Sessions unterteilt sich in mehrere Kategorien, die den gesamten Ablauf einer Vorlesung unterstützen sollen.

Vorbereitungsbereich

Der Vorbereitungsbereich dient Lehrenden vor allem dafür, Fragen für ihren Unterricht vorzubereiten und diese im System einzugeben.

Vorbereitungsübersicht

Lehrende können unter all ihren Lehrveranstaltungen auswählen, in welcher USpeak zum Einsatz kommen soll. Innerhalb der LVA kann man eine Gliederung in Einheiten, die jeweils einem Lehrveranstaltungstermin entsprechen, vornehmen. Durch das Hinzufügen einer neuen Frage unter der jeweiligen Einheit, können Lehrende schließlich aus einer Bandbreite von Interaktionsarten (Multiple Choice, Single Choice, Ja/Nein, Richtig/Falsch, Rating, Numerisch, Emoji, Wordcloud, sowie offenen Fragen) einen Fragetyp auswählen.

Auswahl der unterschiedlichen Fragetypen (als Beispiel: Rating-Skala)

Bei geschlossenen Fragetypen müssen die Antwortmöglichkeiten eingegeben werden (es besteht außerdem die Möglichkeit, richtige Antworten bereits im Vorfeld als solche zu kennzeichnen).

Wie schließlich die Frage aus Sicht der Studierenden aussehen wird, kann durch Klick auf das Augensymbol, in einem Vorschaufenster, ermittelt werden.

Präsentationsbereich

Der Präsentationsbereich soll Lehrenden während dem universitären Einsatz von USpeak eine möglichst einfache und benutzerfreundliche Bedienung ermöglichen.

Im mittleren Abschnitt der Webseite kann die bereits erstellte Powerpoint-Präsentation vom eigenen Rechner vor der jeweiligen Einheit durch das Upload-Symbol ausgewählt und hochgeladen werden. Lediglich die Powerpoint-Folien werden dabei während dem Unterricht übertragen und vom Beamer projiziert. Im rechten oberen Reiter dieses Bereiches erscheinen jene Fragen der Studierenden, welche sie während dem Veranstaltungszeitraum stellen. Diese können unter dem Feld “Fragen aus dem Publikum” eingesehen und nach individuellen Entscheidungen, Thematik, sowie zeitlichen Ressourcen der Lehrenden sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt beantwortet werden. Unter dem Reiter “Twitter-Stream” erscheinen die, mit den für die jeweilige Lehrveranstaltung festgelegten Hashtags, Twitter-Postings der Studierenden. Im unteren mittleren Bereich des Screens wird der Lehrende über das Pausen-Bedürfnis der Studierenden informiert.

Ansicht der Lehrenden im Präsentationsmodus

Im Bereich der Live-Fragen, können die im Vorbereitungsmodus erstellten Fragen, entweder einzeln oder nach Einheiten ausgewählt, durch den Upload-Button, eingeblendet werden. Durch das Play- Symbol können die einzelnen Fragen an die Endgeräte der Studierenden gesendet werden. Die StudentInnen können solange an der Umfrage teilnehmen, solange diese aktiv ist. Soll die Umfrage nun deaktiviert werden und keine Beantwortung mehr erfolgen, muss der Lehrende den Stop/Pause-Button bei der jeweiligen Frage betätigen. Mit einem Klick auf die jeweilige Frage gelangt der Lehrende schließlich zur Ergebnispräsentation. 

Ergebnisbereich

Befindet sich der Lehrende im Ergebnismodus, wird der komplette Webseitenbereich auf der Leinwand übertragen. In diesem Modus werden die Angaben der Studierenden für den ganzen Hörsaal kumuliert dargestellt. Im oberen Bereich befindet sich der Fragetext, darunter werden die Ergebnisse, je nach abhängigen Fragenart, in Diagrammen angezeigt. Unter dieser Auswertung können Lehrende unter verschiedenen Diagrammarten auswählen.

Ergebnispräsentation – Auswertung einer Multiple Choice Frage
Ergebnispräsentation – Auswertung einer Ratingskala
Ergebnispräsentation – Auswertung einer offenen Frage

Nach einer Diskussion der Ergebnisse (Möglichkeiten für die didaktische Handhabung können aus dem Lehrenden Guide entnommen werden) kann mit Klick auf den seitlichen Reiter „Präsentation“ wieder schnell und einfach in den Präsentationsmodus gewechselt werden.

Analyse und Fragensammlung

Im Analysemodus können die Ergebnisse der Umfragen einerseits exportiert werden, sodass Lehrende mit diese Daten im Zuge ihrer wissenschaftlichen Forschung weiterarbeiten könnten. Andererseits sollen hier weitere statistische Auswertungsmethoden (wie ein Migrationstool (Beobachtung einer Frage, die öfters gestellt wird, in ihrem zeitlichen Verlauf) sowie die Distraktorenanalyse (für Multiple- und Single-Choice-Fragen) ihren Platz finden. Unter dem Menüpunkt Fragensammlung sollen Lehrende, ähnlich wie in Moodle, die Möglichkeit bekommen, Fragen zentral zu speichern, zu verwalten und einfach in die Einheiten einzugliedern. Auf diese kann immer wieder zugegriffen werden, wodurch Fragen von Kursen aus vorigen Semestern einfach übernommen werden können, ohne neu eingegeben zu werden. Außerdem soll für Lehrende die Möglichkeit bestehen, ihre Fragensammlung mit anderen Lehrenden zu teilen.

 

Die App

Login auf der mobilen Applikation

Nach erfolgreichem Einstieg mit den gewohnten KUSSS-Zugangsdaten stehen den Studierenden folgende Menüpunkte zur Verfügung: Live Sessions, Virtueller Guide, Feedback, Kontakt und Hilfe, sowie Einstellungen.

Über das interaktive Menürad kann die gewünschte Kategorie angewählt beziehungsweise „angedreht“ werden. Jeder Menüpunkt hat ein eigenes Farbschema, um die Navigation zu erleichtern und den UserInnen gleich über die visuelle Ebene zu vermitteln, was geschieht und wo sie sich befinden.

Menüauswahl – Live Sessions
Menüauswahl – Virtueller Guide
Menüauswahl – Feedback
Menüauswahl – Kontakt & Hilfe
Menüauswahl – Einstellungen

 

Live Sessions

Die Lehrveranstaltungen der Studierenden werden automatisch von KUSSS übernommen und in den Live Sessions aufgelistet.

Mit Klick auf den jeweiligen Kurs, findet man sich in der Einheiten-Gliederung, die der Lehrende festgelegt hat, wieder.

Übersicht innerhalb einer LVA

Nach Auswahl und Absenden der Antwort, werden die Ergebnisse mit der jeweiligen Frage und den Antwortmöglichkeiten, sowie einer grafischen Auswertung präsentiert.

Fragenbeantwortung
Fragenauswertung

Daneben wird die eigens gegebene Antwort, sowie die tatsächlich richtige Antwort bei Fragen, wo es eine richtige und falsche Antwort gibt, gekennzeichnet. Durch erneutes Berühren des Screens findet man sich in der Fragenübersicht wieder.

Der Lehrende hat über das Format der offenen Fragen auch die Möglichkeit, Fragen an die TeilnehmerInnen zu senden, die über den Zeitraum der Lehrveranstaltung hinaus beantwortet werden. Wurde solch eine längere Frage gestartet, werden Studierende durch eine Push-Notification über dem Symbol darüber informiert.

Beantwortung von längeren, offenen Fragen

Neben dieser klassischen Interaktion, die vom Lehrenden induziert wird, gibt es auch für die Studierenden Möglichkeiten, zu interagieren: Das Fragezeichen-Symbol bietet ihnen die Chance Fragen während dem Unterricht an den/die Vortragende/n zu stellen.

Fragen an den/die Vortragende/n stellen

Wünschen sich Studierende eine Pause, können sie ihr Anliegen durch das Betätigen des Pausen-Buttons an den Lehrenden mitteilen, wenn diese Funktion vom Lehrenden aktiviert wurde. Wenn mehrere Pausen während einer Lehrveranstaltungs-Einheit vom Lehrenden vorgesehen sind, können Studierende auch mehrmals abstimmen, ansonsten kann nur ein einziger Pausenwunsch während dieser Einheit geäußert werden.

Pausenwunsch äußern

Wurde für die jeweilige Einheit das Hinzuziehen des Twitter-Streams vom Lehrenden aktiviert, können Studierende unter dem Twitter-Reiter, nach erfolgreicher Anmeldung, mit den vom Lehrenden festgelegten Hashtags, passende Beiträge zur Lehrveranstaltung posten.

Live in der Vorlesung twittern – #USpeak

Fazit

Obwohl wir als kleine Projektgruppe, die sich nur aus einem Zweig zusammensetzte, zunächst auf ein paar Hürden der interdisziplinären An- und Herausforderungen stießen, sind wir von dem Endergebnis schlussendlich selbst etwas überrascht und erfreut. Wir haben uns in fremde Bereiche vorgewagt, in die wir ohne das Projekt nie einen Fuß gesetzt hätten. Was sich anfänglich als mühsam oder beinahe unschaffbar angefühlt hat, trägt nun dazu bei, dass wir gelernt haben, in webwissenschaftlicher Weise zu arbeiten. Dafür sind wir allen Beteiligten sehr dankbar, denn sie haben uns an unsere Grenzen gestoßen und uns dazu angespornt über uns hinauszuwachsen.
Als Ergebnis dieses ungewissen, steinigen und letztlich erfolgreichen Weges liegt nun ein Projekt-Konzept vor uns, dass – unabhängig von seiner Verwirklichung – dazu beitragen kann, dass die Universität und auch jede andere Situation, in der gelernt und gelehrt wird, nicht stehen bleiben, sondern weiter wachsen und neue Potentiale erkennen. Dazu einen Beitrag geleistet zu haben, der sich auf so vielen unterschiedlichen Ebenen vollzieht, macht uns stolz und wird uns immer mit Freude auf diese Projektzeit zurückblicken lassen.