Antikörper – und sie bewegen sich doch

Was passiert in deinem Körper, wenn du krank bist?

Wenn im Winter die Erkältungswelle über das Land rollt, werden neben dampfenden Teetassen, auch Tabletten in unterschiedlicher Form geschluckt, getrunken oder inhaliert. Überrollt der Magen-Darm-Virus wieder das Land, greifen alle Betroffenen zu persönlichen Wundermitteln und altbewährten Hausmittelchen. Und auch wenn das Schicksal besonders gemein zuschlägt und eine schlimme Krankheit über eine Person hereinbricht, gibt es Medikamente und Behandlungen, die versuchen dieser die Stirn zu bieten.

 

 

Das Prozedere dahinter ist den Menschen, welche die Medizin nehmen, mehr oder weniger klar, dass es ihnen danach im Idealfall besser geht ebenso – auch das Wort Antikörper hat der Eine oder Andere schon einmal gehört – aber was genau da in unserem Körper passiert ist wohl den Wenigsten bewusst.

Oder haben Sie schon einmal näher darüber nachgedacht, was da genau in ihrem Körper passiert, wenn Sie krank sind oder auch wieder gesund werden?

Unser Körper und dessen Gesundheit ist unser größtes Gut. Daher sollte bereits jedes Kind wissen, wie der eigene Körper funktioniert und welche Prozesse bei Krankheit sowie Behandlung dieser losgetreten werden.

Das haben sich auch Fernsehproduzenten bereits vor vielen Jahren gedacht und die Animationsserie „Es war einmal das Leben“ kreiert. Im Rahmen dieser Sendung werden alle möglichen Themengebiete rund um den eigenen Körper und die inneren Abläufe auf spielerische und verständliche Art und Weise dargestellt. Sie kennen die Serie nicht? Dann klicken Sie doch auf das nachfolgende Video, Sie werden es nicht bereuen.

[aesop_character img=“http://www.webwissenschaften.at/science-room/wp-content/uploads/sites/82/2017/02/profil-hinterdorfer-web.jpg“ name=“Univ.Prof. Dr. Peter Hinterdorfer“ caption=“Institut für Biophysik, Abteilung für Angewandte Experimentelle Biophysik, Johnannes Kepler Universität, Linz“ align=“right“ width=“200px“ force_circle=“off“]

Komplexe Themen schrecken Menschen oft ab, sich damit zu beschäftigen. Doch die lebensnahe, lustige sowie anschauliche Darstellung des Themas ist eine perfekte Art, diese Thematik den Menschen aller Art verständlich zu vermitteln.

Doch wie sehen diese Antikörper in der Wirklichkeit aus? Damit beschäftigen sich Prof. Dr. Hinterdorfer und sein Team in deren Arbeiten (siehe Linksammlung unten).

Lange ging man davon aus, dass Antikörper fix auf Viren und Bakterien sitzen. Doch nun konnten Forscher feststellen, dass sich diese auf deren Oberfläche bewegen, und zwar in einer Zufallsbewegung, welche als „Random Walk“ bezeichnet wird.

 

 

 

 

[aesop_video width=“50%“ align=“right“ src=“youtube“ id=“-PWGPW3szCQ“ caption=“Das Video zeigt eine mikroskopische Aufnahme des ‚Random Walk‘. (Courtesy of Dr. Johannes Preiner: IgGs are made for walking on bacterial and viral surfaces, Nature Communications, Juli 2014)“ disable_for_mobile=“off“ loop=“on“ autoplay=“on“ controls=“on“ viewstart=“on“ viewend=“on“ revealfx=“fromright“]

Dies war den Forschern möglich durch ein spezielles Mikroskop, welches diese Bewegungen erkennen konnte. Diese Ergebnisse können erhebliche Auswirkungen auf die Diagnose und Behandlung von diversen Erkrankungen, wie z. B. Krebs, Autoimmun- und Infektionserkrankungen, haben. Der Fortschritt in der Medizin ist immer wieder ein großer Erfolg und im Interesse aller Menschen.


Leseliste:

>> Antikörper spazieren auf der Oberfläche von Viren (Nachrichten.at, Oktober 2014)

>> IgGs are made for walking on bacterial and viral surfaces (pdf, 1,5 MB, Nature Communications, Juli 2014)

>> Nanomechanical recognition measurements of individual DNA molecules reveal epigenetic methylation patterns (pdf, 340 KB, Nature Nanotechnology, 2010)

>> Detection and localization of individual antibody–antigen recognition events by atomic force microscopy (pdf, 260 KB, April 1996)


Fotocredit: CCO

[ssba]

One thought on “Antikörper – und sie bewegen sich doch”

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